Deutsche Meisterschaft 2026 für Ü60-Herren Basketball

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TSV Breitengüßbach gewinnt die Deutsche Meisterschaft 2026 der Ü60-Herren

v.l.n.r.: Reinhold Eckert, Jochen Kraus, Luitpold Distel, Herbert Philipeit, Hubert Dorsch, Stefan Neubauer, Norbert Uch, Kai Horlamus, Coach Rüdiger Lohneis, Helmut Dorsch, Hans-Jürgen Uch, Rainer Schabacker, Willi Korn, Ernst Griebel, Jürgen Kapp.

Man ist geneigt zu sagen: Sie haben es schon wieder getan! Nach 2002 (Ü40), 2005 (Ü40), 2011 (Ü45) und 2022 (Ü55) hat die „goldene Generation“ der Seniorenbasketballer des TSV Breitengüßbach, dieses Mal in der Altersklasse Ü60 (Geburtsjahrgänge vor 1967), somit zum fünften Mal die Deutsche Meisterschaft gewonnen und eine Goldmedaille mit nachhause gebracht. Immerhin 5 aktuelle Spieler waren sogar bei allen 5 Meisterschaften dabei!
Nachdem sich die Ü60-Basketball-Seniorenspieler des TSV Breitengüßbach Mitte Februar des Jahres erstmals in dieser Altersklasse für das 16er-Teilnehmerfeld der besten deutschen Mannschaften qualifiziert hatten, fand am ersten Maiwochenende in Berlin-Lichterfelde die Deutsche Meisterschaft der Ü60 statt. Sportlich hat sich am Ende der TSV Breitengüßbach, der wegen zweier Gastspieler aus Erlangen offiziell als SG TSV Breitengüßbach angetreten war, im Finale verdient gegen die SG DBV Charlottenburg / Oldenburg durchgesetzt und erstmals den Meisterpokal in dieser Altersklasse mit ins Frankenland genommen.
Nach der Vorrunde in 4 Gruppen am Samstag spielten die Gruppensieger aus Düsseldorf, Paderborn, Charlottenburg und Breitengüßbach, welches alle Vorrundenspiele gewinnen konnte, gegen die Gruppenzweiten aus Langen, Neustadt, Boele und Leimen.
Breitengüßbach hatte seine Vorrundengruppe mit Siegen gegen SG Telgte Boele Hagen (17:10), SG Königsdorf (34:30) und Gastgeber Lichterfelde (26:15) souverän gewonnen. Das folgende, hart umkämpfte Viertelfinale gegen KuSG Leimen (mit 2,10m-Center Wolff und Ex-Nationalspieler Jochum) konnten die mannschaftlich kompakt auftretenden Güßbacher nach 10:12-Pausenrückstand dank eines 11:1-Runs Mitte der 2. Hälfte mit 29:18 noch deutlich für sich entscheiden.
Neben Breitengüßbach qualifizierten sich auch Charlottenburg, Neustadt a.d. Waldnaab und Paderborn für das Halbfinale am nächsten Morgen.
Das erste Halbfinale bestritten die SG Charlottenburg gegen DJK Neustadt. Gegen das aus der Fusion der beiden Seriensiegermannschaften DBV Charlottenburg und TB Oldenburg hervorgegangene Berliner Team hatten die Oberpfälzer nur wenig entgegenzusetzen. Charlottenburg gewann am Ende deutlich mit 43:32.
Im zweiten Halbfinale spielte die SG Breitengüßbach gegen SG Paderborn, die im Viertelfinale überraschend den letztjährigen Meister SG Langen deutlich besiegt hatten. In einem spannenden Spiel konnte sich die SG Breitengüßbach nach 16:9-Pausenführung und zwischenzeitlichen 20:19 Mitte der Halbzeit dank einer erneut hervorragenden Teamleistung und intensiver Defense am Ende knapp mit 30:24 gegen nie aufsteckende und robust agierende Paderborner durchsetzen.
Im Spiel um Platz 3 gewannen die Neustadter dann knapp mit 22:20 gegen die SG Paderborn.
Im Finale standen sich die SG Charlottenburg und die SG Breitengüßbach in der gut gefüllten Halle gegenüber. Vom Papier her ein ungleiches Duell, denn die mit einem imposanten Kader mit etlichen 2-Meter-Spielern auflaufenden Berliner, angeführt von den Ex-Bundesligaspielern Hundt, Dronsella und Wadehn, hatten in ihren bisherigen Spielen klar dominiert und waren nahezu ungefährdet bis ins Finale durchspaziert. Jeder TSV-ler sah sich hier einem größeren Gegenspieler gegenüber. So war es auch wenig verwunderlich, dass die Berliner von Anfang an beide Bretter klar dominierten, ihre Größenvorteile ausspielten und den Breitengüßbachern nur schwierige Würfe gestatteten, so dass Breitengüßbach zur Halbzeit wenig überraschend 10:13 hinten lag. Doch die Güßbacher wollten sich nicht kampflos ergeben und legten zu Beginn der 2. Hälfte in der Verteidigung ihrerseits nun deutlich zu. Da den überrascht wirkenden Berlinern minutenlag kein Korberfolg mehr gelang, wendete sich das Blatt. In der Offensive sorgte nun TSV-Center Distel mit einem 7:2-Lauf nahezu im Alleingang für die erstmalige Güßbacher Führung (17:15), die man durch mehrere erfolgreiche Distanzwürfe über 23:16 bis zur letzten Minute sogar auf 27:18 ausbauen konnte. Doch die Berliner konterten nochmals mit 2 schnellen erfolgreichen Dreiern und verkürzten auf 27:24. Das Spiel stand plötzlich wieder auf Messers Schneide, ehe Breitengüßbachs Neubauer nach taktischem Foul Nervenstärke bewies und mit 2 erfolgreichen Freiwürfen den Schlusspunkt setzte. Damit brachte er den vielumjubelten Titelgewinn des TSV Breitengüßbach nach einem kräftezehrenden Wochenende endgültig unter Dach und Fach.

Bericht: Hans-Jürgen Uch
Foto: Pressefoto Reinhold Eckert