Vor dem 2. Weltkrieg existierten in Breitengüßbach zwei Sportvereine. Dies war zum einen die „Spielvereinigung Breitengüßbach“, die im Jahre 1922 nach einem von Max Baier initiierten Aufruf an die Bevölkerung gegründet wurde. Nach den aus der damaligen Zeit zur Verfügung stehenden Informationen war es für den seinerzeitigen ersten Vorstand Professor Ludwig sehr schwer, eine Fußballmannschaft aufzubauen und den von Bürgern angefeindeten Verein zu erhalten. Das erste Spiel der "Spielvereinigung" fand gegen den Polizei-Verein Bamberg auf einem Platz unterhalb des heutigen Anwesens Zensner im Bereich des jetzigen Industriegebietes West statt. Ab 1930 wurden die Spiele auf einem Platz über dem Main gegen Mannschaften aus Memmelsdorf, Seßlach, Dietenfeld, Thüngfeld, Schlüsselfeld, Mühlhausen, Naisa, Pettstadt und Oberhaid ausgetragen. Der Spielbetrieb wurde mehrfach unterbrochen, bis schließlich in den dreißiger Jahren der Fußballsport ganz eingestellt wurde. Die Vereinsfarben waren zunächst orange, dann gelb/schwarz.

Der zweite Verein, der „Männersportverein“ wurde am 23. April 1923 ins Leben gerufen und von Maurermeister Michael Zimmermann von der Gründung bis zum Kriegsausbruch 1939 geleitet. Noch im Gründungsjahr konnte die Fahnenweihe gefeiert werden. Diese Fahne aus dem Jahre 1923 überstand in einem zugemauerten Kamin die Kriegswirren unversehrt und ist noch heute im Besitz des Turn- und Sportvereines.

Aus dieser Zeit existieren noch sogenannte "Statuten". Die Mitglieder waren eingeteilt in aktive Mitglieder, passive Mitglieder, Ehrenmitglieder und Hospitanten oder Zöglinge. Der Turnwart bestand aus dem 1. Vorstand, 2. Vorstand, 1. Turnwart, 2. Turnwart, Säckelwart, Schriftwart, Zeugwart, Kneipwart und zwei Beisitzern. Wie streng früher die Satzungsvorschriften waren, zeigt z.B. folgende Bestimmung: “Das Einführen einheimischer Nichtmitglieder zu Festlichkeiten und Vergnügungen des Vereines ist strengstens untersagt. Freunde, die eingeführt werden sollen, müssen vorher dem Vorstand bzw. dessen Vertreter vorgestellt werden."

Der Männerturnverein erfreute sich einer regen Aktivität. Ein Zeitungsausschnitt im "Bamberger Tagblatt" vom 28.6.1931 berichtete vom achtjährigen Bestehen, das unter großer Beteiligung um 6 Uhr früh mit einem Waldlauf begann. Neben einem Fünfkampf wurde auch die Vereinsmeisterschaft der Ringerabteilung ausgetragen. In der Ringerriege kämpften Michael Helmreich, Josef Dettelbacher, Otto Hertel, Jakob Ziegelhöfer und Hans Dorsch.

Während des Zweiten Weltkrieges ruhte der Sportbetrieb in beiden Vereinen.

Am 31. Januar 1946 wurde dann von sportbegeisterten Bürgern in der Gaststätte "Ziegelhöfer" ein "Fußball-Club" ins Leben gerufen wurde, der sich in der Tradition mit den beiden früheren Vereinen verbunden fühlte. Aus diesem Grund wurden vom ehemaligen „Männersportverein“ die Fahne und von der „Spielvereinigung“ die Vereinsfarben Gelb und Schwarz übernommen. Durch Verbindungen einzelner Mitglieder zur amerikanischen Besatzungsmacht gelangte man zu Schuhen und Bällen, die zum Fußballspielen benötigt werden. Die Trikots wurden von den Frauen und Bräuten aus Fallschirmseite genäht. Den Spielbetrieb nahm zuerst eine Jugendmannschaft auf, kurz danach eine erste Mannschaft. Zu den Auswärtsspielen fuhr man mit dem Fahrrad oder mit Lastwagen der Amerikaner, die manchmal organisiert werden konnten.

Dem Verein schloss sich auch eine Theatergruppe an, die mit den Vorführungen "Das Kreuz im Moor" und "Der Meisterboxer" großen Erfolg im ehemaligen Förnersaal hatte.

Im Sommer 1947 wurde der neu geschaffene Sportplatz auf den Mainwiesen an der B 4 mit den ersten Vereinsmeisterschaften in der Leichtathletik eingeweiht. In diesem Jahr wurde auch eine Damen-Handballmannschaft gegründet, die sich wegen Nachwuchsmangel nach zwei Jahren allerdings schon wieder auflöste.

Getreu dem auf der alten Fahne des Männersportvereines angebrachten Mottos des Turnvaters Jahn „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ wurde im März 1948 der erste Turnbetrieb mit einer Kinderabteilung aufgenommen. Nach der Fertigstellung der Gemeindeturnhalle, die im August 1957 eingeweiht wurde, hielten die Betreuer regelmäßig Turnstunden ab. Auch an Leichtathletikwettkämpfen nahm man teil.

Im Jahr 1949 änderte der Verein seinen Namen in "Turn- und Sportverein e.V.", den er auch heute noch trägt. Mit der Einweihung des neuen Fußballplatzes an der Straße "Am Sportplatz" am 15. August 1958 ging ein langgehegter Traum des TSV in Erfüllung. Durch das große Engagement des damaligen Vorstandes Max Werthmann und sehr viel Eigenleistung der Mitglieder entstand ein Sportplatz mit überdachter Tribüne und den für die damalige Zeit modernsten Umkleideräumen in der Umgebung.

Mit der Gründung einer Tischtennisabteilung im Jahre 1970, einer Kegelabteilung im Jahre 1972 und einer Basketballabteilung im Jahre 1973 weitete der Verein sein Breitensportangebot kontinuierlich aus. Dieses Angebot wurde 1978 durch die Bildung einer Wanderabteilung und 1991 durch den Aufbau einer Tanzsportabteilung noch ergänzt.

Durch dieses vielfältige Sportangebot in den vorgenanten Abteilungen und durch die qualifizierte Arbeit der Übungsleiter stieg die Mitgliederzahl stetig an. Aktuell hat der TSV über 1.100 Mitglieder und ist damit der mitgliederstärkste Verein der Großgemeinde Breitengüßbach und einer der größten Vereine im Landkreis Bamberg.

Den Höhepunkt der bisherigen Vereinsgeschichte stellt der Bau des Vereinsheimes mit Bundeskegelbahn auf dem Sportgelände der Gemeinde dar. Dieses vom damaligen Ehrenvorstand Stefan Herl initiierte Projekt wurde nach vierjähriger Bauzeit im Juli 1992 mit der Einweihung abgeschlossen. Durch die enorme freiwillige Arbeitsleistung unserer Mitglieder und deren Spenden konnte dieser lang gehegte Wunsch des TSV endlich verwirklicht werden.

Im Jahr 1994 wurde der mit der Gemeinde bestehende Pachtvertrag für den Fußballplatz an der Straße "Am Sportplatz" im gegenseitigen Einvernehmen vorzeitig aufgelöst. Der Verein erhielt dafür einen Pachtvertrag für den Tennenplatz, das Nutzungsrecht für die Schulsportanlage und die vertragliche Zusicherung auf Errichtung eines weiteren Rasenspielfeldes. Der Bau dieses zugesagten Sportplatzes verzögerte sich jedoch und konnte erst im Juli 2002 mit der Einweihung abgeschlossen werden. Das dazugehörige "Gerätehäuschen" wurde im Herbst 2004 fertig gestellt.

Um dem zunehmenden  Geschäftsbetrieb durch die stetig wachsende Mitgliederzahl und den erhöhten Verwaltungsaufwand  bewältigen zu können, wurden ab Mitte 1992 in einem Kellerraum des Vereinsheimes wöchentliche Geschäftszeiten abgehalten. Seit Februar 2002 befindet sich die neue, den zeitgemäßen Anforderungen entsprechend ausgestatte, Geschäftsstelle in einem von der Gemeinde finanzierten und vom TSV errichteten Anbau der Hans-Jung-Halle.

Das bis heute letzte und eben erst abgeschlossene "Bauprojekt" des TSV Breitengüßbach ist der Ausbau der bestehenden Kegelbahn zu einer 4-Bahnen-Anlage, deren Einweihung am 14. Oktober 2007 stattfand.